14 Pilgerinnen und Pilger machten sich von der kath. Kirche in Neuhausen auf den Weg, um auf den Spuren der Emmaus-Jünger der ermutigenden Begleitung Jesu ein wenig näher zu kommen.
Pilgerwanderung zur Wendelinskapelle am 18. April 2026
Unterwegs nach Emmaus
Der blaue Himmel und die warmen Sonnenstrahlen zogen uns hinaus, die Weite der Landschaft Richtung Lehningen zu genießen. Die erste Station machte nochmal die Situation der Jünger nach dem Tod Jesu deutlich, die zunächst von Hoffnungslosigkeit und Enttäuschung geprägt war. Ostern war nicht auf einmal da, sondern musste erst noch werden. Nach einer Wegstrecke im Stillen ging es hinauf Richtung Volkerthütte und wir spürten dort dem Gespräch der beiden Jünger nach. Während sie gehen und sich intensiv über Jesus, sein Leben und seine Botschaft austauschen, kommt auch in ihnen etwas in Bewegung und sie spüren, wie wichtig Jesus für sie war. Und so überlegen auch die Pilger*innen, wer in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielt oder gespielt hat.
Angekommen an der Wendelinskapelle mit der weiten Rundumsicht weitet sich auch die Erfahrung der Emmausjünger. Sie laden ihren Begleiter ein, bei ihnen zu bleiben. Und beim Dankgebet und Brotbrechen erleben sie, dass Jesus ihnen ganz nah ist, sie erkennen ihn als lebendig Auferstandenen. Und auch wir konnten mit Dankgebet und Brotbrechen in kleinem Kreis spüren, dass das Brot uns alle mit Jesus und untereinander tief verbindet. Mit einem Text von Uwe Seidel „Mit einem Mahl“ und dem Lied: “Dass du mich einstimmen lässt....“ verließen wir den Platz vor der Kapelle. Wir wanderten zum Friedhof Steinegg (ein Kleinod) und weiter in Richtung Lehningen, wo wir nach kurzem Anstieg zu einer wunderschönen Wiese kamen und die ersehnte Mittagspause begann.
Nach wohltuender Stärkung folgte ein weiterer Impuls: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust“. Was für ein starkes Bildwort über die Erfahrung der Jünger mit Jesus auf dem Weg nach Emmaus. Nach dem Lied: “Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe“ entstand für uns die Frage: Wo und wie sind wir berührt von Menschen, ihren Lebensgeschichten oder ihren Aussagen. Ein Beispiel in der Osterbotschaft von Papst Leo: „Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, wähle den Frieden“.
Danach ging es in Stille durch einen lichtdurchfluteten Buchenwald bis zur Volkerthütte. Einer Reiterin mit ihrem scheuenden Pferd machten wir Platz und fanden am Waldrand eine neue Stelle für den letzten Impuls.
„Geht und erzählt es weiter “ ...so enden oft die Auferstehungserzählungen. Ostern ist nicht das Ende der Jesusgeschichte, sondern erst der Anfang; es beginnt etwas Neues. Die Liebe Jesu verwandelt, bricht sich neue Bahnen und sucht nach neuen Möglichkeiten, auch in unserem Leben, in unserem Alltag oder in unserem Weitererzählen.
Auf sonnigen Wegen, umsäumt von Raps- und Kornfeldern, ging es zurück zur Kirche, wo unsere Pilgertour mit einem Abschlusssegen und dem Friedenslied “Dona nobis pacem“ endete.
Text: Antonia Schulte
Antonia Schulte ist Pastoralreferentin und zertifizierte Pilgerbegleiterin und bietet in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Pforzheim zweimal jährlich Pilgerwanderungen an.
